Stufenschnitt selber schneiden: Anleitung mit einem Zopf
Für einen einfachen Stufenschnitt werden die Haare am Oberkopf zu einem Zopf gebunden und die Spitzen gekürzt. Weil die unteren Haarpartien einen längeren Weg bis zum Zopf haben, bleiben sie länger als das Deckhaar. So entstehen Stufen.
Sie möchten nur etwas mehr Schwung in Ihre Längen bringen? Dann gehen Sie vorsichtig vor. Die folgende Zopf-Methode kommt für mittellange bis lange Haare infrage, wenn sich alle zu schneidenden Partien gleichmäßig am Oberkopf zusammennehmen lassen. Bei schulterlangem Haar klappt das nicht immer. Fallen Nackenhaare aus dem Zopf, passt diese Anleitung nicht zu Ihrer Haarlänge.
Leichte Stufen statt einer großen Typveränderung: Schneiden Sie zunächst nur wenige Millimeter ab. Einen neuen Pony, einen Bob oder einen stark gestuften Schnitt lassen Sie besser im Salon schneiden.
Was brauchen Sie zum Selberschneiden?
Legen Sie Bürste, Kamm, Haargummi, eine scharfe Haarschneideschere und einen Handspiegel bereit. Ein Handtuch über den Schultern fängt die abgeschnittenen Spitzen auf. Sorgen Sie für gutes Licht und nehmen Sie sich Zeit.
Schritt für Schritt zu leichten Stufen
- Haare entwirren: Bürsten Sie alle Haare zunächst gut durch, sodass keine Knoten mehr vorhanden sind. Schauen Sie sich die Länge zuerst im trockenen Haar an.
- Zopf am Oberkopf binden: Beugen Sie den Kopf nach vorne und fassen Sie die Haare am Oberkopf mittig zusammen. Alle zu schneidenden Partien müssen den Zopf erreichen.
- Gleichmäßig zusammennehmen: Die Haare sollen möglichst glatt an der Kopfhaut anliegen und der Zopf fest sitzen. Glattes Haar lässt sich bei Bedarf leicht anfeuchten. Denken Sie daran: Nach dem Trocknen kann es kürzer wirken.
- Zopf durchbürsten: Entwirren Sie die Längen nochmals sorgfältig. Kontrollieren Sie im Spiegel, ob der Zopf mittig sitzt.
- Spitzen kürzen: Halten Sie den Zopf mit einer Hand senkrecht nach oben. Nehmen Sie die Enden zwischen Zeige- und Mittelfinger und kürzen Sie zunächst nur wenige Millimeter gerade entlang der Finger. Halten Sie mit der Schere Abstand zu den Fingern.
- Haare öffnen und prüfen: Lösen Sie den Zopf, lassen Sie die Haare in ihren natürlichen Fall zurückgleiten und betrachten Sie den Schnitt von vorn, von der Seite und von hinten. Feuchtes Haar vor der endgültigen Beurteilung trocknen lassen.
- Erst dann entscheiden: Reicht Ihnen der leichte Stufeneffekt? Dann sind Sie fertig. Schneiden Sie nicht immer weiter, nur weil die Haare im Zopf noch lang aussehen. Wenn eine Kante oder eine ungleiche Seite auffällt, lieber fachkundig korrigieren lassen.
Die unteren Haarpartien sind nun länger als das Deckhaar. Wie stark die Stufen ausfallen, hängt auch von Ihrer Ausgangslänge, dem bisherigen Schnitt und der Zopfposition ab. Die Methode ersetzt keinen individuell aufgebauten Stufenschnitt.
Video zum Stufenschnitt selber schneiden
Wenn Sie die Handgriffe vorher sehen möchten, schauen Sie sich auch das Video an:
Diese Fehler beim Selberschneiden vermeiden
- Zu viel auf einmal abschneiden: Kleine Schritte lassen Ihnen mehr Spielraum. Abgeschnittene Länge lässt sich nicht zurückholen.
- Den Zopf versetzen: Halten Sie sich an die Position am Oberkopf. Ein Zopf an der Stirn oder im Nacken ergibt einen anderen Schnitt.
- Eine Haushaltsschere verwenden: Bleiben Sie bei einer scharfen Haarschneideschere, die die Haare sauber erfasst.
- Ungeübt die Spitzen ausdünnen: Zusätzliches Ausfransen ist für diese einfache Anleitung nicht nötig. Gerade bei feinem Haar können die Enden sonst zu dünn wirken.
Welche Haarschere eignet sich zum Selberschneiden?
Verwenden Sie zum Schneiden eine scharfe Haarschneideschere statt einer Haushaltsschere. Eine stumpfe Klinge kann die Haare beim Schneiden schieben oder quetschen.
Für gelegentliches Nachschneiden ist eine handliche Schere mit 5,5 Zoll ein guter Ausgangspunkt. Sie sollte sich bequem halten und kontrolliert öffnen und schließen lassen.
Die Jaguar Pre Style Ergo mit Mikroverzahnung ist eine passende Option. Die feine Verzahnung hilft dabei, die Haare beim Schneiden festzuhalten. Die verlinkte Ausführung ist für Rechtshänder gedacht.
Mein Fazit:
„Eine solide Haarschneideschere für gelegentliches Nachschneiden zu Hause. Die Mikroverzahnung hilft, die Haare beim Schneiden festzuhalten. Eine gute Wahl, wenn Sie kein großes Zubehörset brauchen.“
Wenn Sie eine Schere mit versetzter Griffstellung und einstellbarem Scherendruck bevorzugen, finden Sie oben im Vergleich auch die Olivia Garden SilkCut. Beide Modelle sind einzeln erhältlich – ein großes Zubehörset brauchen Sie für diese Anleitung nicht.
Frisuren mit Stufenschnitt: frech, weich oder modern
Passend gesetzte Stufen können feinem Haar mehr Bewegung geben. Zusätzlich wirkt die Mähne aufgelockert und nicht so streng. Sie können sogar problemlos einen Pony zum Stufenschnitt tragen.
Mit Stufen lassen sich viel mehr Frisuren verwirklichen als viele Frauen denken. Stufen im Haar sind modern, weil mit ihnen gerade wellige und lockige Frisuren leichter zu realisieren sind.
Häufig kommen durch gut geschnittene, stufige Frisuren Locken oder Wellen erst zum Vorschein. Denn die wahre Haarstruktur zeigt sich manchmal erst mit dem passenden Schnitt. Vielleicht haben Sie ja auch unbekanntes, lockiges Haar?
Der wohl berühmteste Stufenschnitt ist der „Rachel Cut“ von Jennifer Aniston, denn sie machte diesen Schnitt zur richtigen Trendfrisur. Der Name kommt von ihrem Rollennamen aus der erfolgreichen Fernseh-Serie „Friends“.
Wenn auch Sie diesen Look haben möchten, empfehle ich Ihnen meine Anleitung zum Jennifer Aniston Make up Look. Hier schon mal vorab das Nachher-Foto, auf dem auch sehr gut der Haarschnitt und die Dynamik des Schnitts zu erkennen ist.
Stufenschnitte für Bewegung im Haar
Bei einer Frisur mit Stufenschnitt sind die Deckhaare immer etwas kürzer geschnitten als die untere Lage Haare. Dadurch verändert sich der Fall der Haare; vorhandene Wellen können besser zur Geltung kommen.
Bei sehr feinem Haar sollten die Spitzen nicht zu stark ausgedünnt werden. Wenige, weich verbundene Stufen können besser passen als ein stark fransiger Schnitt. Weitere Ideen finden Sie bei meinen Frisuren für dünnes und feines Haar.
Frecher Stufenschnitt für lange Haare
Störrische Locken können mit gezielt eingesetzten Stufen gebändigt werden. Außerdem kann eine extrem dicke Haarpracht so etwas ausgedünnt werden. Denn gerade bei längerem Haar sind dicke Haare nicht immer unbedingt ein Segen.
Hat jemand sehr dickes Haar und auch noch sehr viel Haare, so wird das Gesicht von den Haaren fast erdrückt. Dann bleibt entweder ein Kurzhaarschnitt oder die langen Haare müssen durchgestuft werden. So wird der Kopf leichter und die Haare können schöner fallen.
Der modische Begriff „Shag“ ist übrigens nichts anderes als eine der Frisuren mit Stufenschnitt. Je feiner das eigene Haar ist, desto weniger sollten die Spitzen ausgedünnt werden. Wichtig ist, dass die einzelnen Stufen fließend ineinander übergehen und es nicht fransig aussieht.
Ein bekanntes Beispiel ist Cameron Diaz mit einer knapp schulterlangen Frisur mit Stufenschnitt, der ihrer herzförmigen Gesichtsform schmeichelt und fein umspielen kann. Durch den interessanten Schnitt fallen die Haare sehr schön und betonen die Vorzüge von Cameron.
Auch Sarah Jessica Parker ist für lange, leicht durchgestufte Haare bekannt. Die Stufen beginnen erst ab dem Kinn und lassen die Wellen sehr schön zur Geltung kommen. Wer keine Locken hat, kann hier mit Papilloten gut nachhelfen.

Doch Frisuren mit Stufenschnitt sind nicht nur für lange Haare geeignet. Bei einem Bob können Stufen einen sehr tollen Look hervorbringen, besonders wenn ihr Haar sich von Natur aus lockt.
Auch ein extrem gestufter Pixie hat seinen Reiz für halblange Haare.
Teile des Deckhaars können bis zum Ohr reichen und werden sozusagen als Rahmen für das Gesicht eingesetzt. Dieser Look wirkt superlässig und trendy.
Ein Shortcut mit langen Seitenpartien ist ähnlich geschnitten, wirkt aber etwas weniger frech und femininer.
Stufenhaarschnitte aufpeppen
Mit gut gesetzten Highlights lassen sich Stufen wunderbar betonen. Ideal sind Highlights in zwei oder drei aufeinander abgestimmten Farben. So wirkt das Haar lebendig und glänzend.
Stylingwachs oder Gel lässt sich toll in die Haare einkneten und verleiht allen Frisuren mit Stufenschnitt einen lässigen Look. Durch die Stylingmittel kann das Haar außerdem etwas gebändigt werden.
Nehmen Sie zunächst nur wenig Stylingwachs oder Gel und arbeiten Sie es gezielt in die Spitzen ein. So betonen Sie einzelne Stufen, ohne den ganzen Schnitt unnötig zu beschweren.
Wie pflege ich den Stufenschnitt?
Auch die Haarpflege sollte nicht zu kurz kommen. Wenn die Längen trocken und spröde sind, fallen die Stufen weniger geschmeidig. Verwenden Sie nach dem Waschen eine passende Spülung und bei Bedarf eine Haarkur.
Bei feinem Haar verteilen Sie reichhaltige Pflege sparsam in den Längen und Spitzen. Der Ansatz bleibt frei, damit die Frisur nicht unnötig beschwert wird.
Stufenschnitt mittellang und frech: Styling mit Bildern

Ein stufiger Schnitt kann bei mittellangem Haar ganz unterschiedlich wirken: glatt und klar oder mit lockeren Wellen. Möchten Sie es etwas frecher? Betonen Sie einzelne Spitzen mit wenig Stylingwachs, statt die ganze Frisur festzukleben.
Für den Schnitt selbst gilt: Ein gestufter Bob braucht eine andere Form als lange Haare mit leichten Stufen. Die folgenden Bilder zeigen Ihnen das Styling nach dem Schneiden.
Glatt gestylt: der Sleek-Look

Bei der Sleek-Look Variante werden die Haare möglichst komplett geglättet, dabei dürfen die Stufen deutlich zu sehen sein. Wer diesen Stil bevorzugt sollte das beim Frisör direkt sagen, da hier die Stufen ruhig etwas krasser ausfallen können. Die Glättung der Haare erfolgt mit Hilfe eines Glätteisens.
Tragen Sie vor dem Glätten einen Hitzeschutz auf und lassen Sie die Haare vollständig trocknen. Glätten Sie anschließend einzelne Strähnen, ohne das Gerät zu lange auf einer Stelle zu halten. Passende Geräte und Tipps zur Auswahl finden Sie in meinem Glätteisenvergleich.
Am Ende können herausstehende Haare mit etwas Haarspray oder Gel glatt gekämmt werden.
Lockere Wellen: der Boho-Look
Auch bei dieser Frisur liegt das Geheimnis im perfekten Styling, obwohl die Haare sehr natürlich und unfrisiert wirken. Am besten gelingt der Look wenn zunächst Haarschaum direkt am Ansatz aufgetragen wird und in die Spitzen bzw. in das restliche Haar Haarspray oder Lockenspray gesprüht wird.

Nun die Haare mit dem Föhn leicht trocknen und einen Rest Feuchtigkeit im Haar belassen. Anschließend greift man zwei Strähnen dreht diese ein.

Die eingedrehten Strähnen übergangsweise mit einem Zopfgummi fixieren und den Vorgang mit den restlichen Haaren wiederholen.
Jetzt die Haare komplett trocken föhnen. Sind alle Haare vollständig getrocknet, können die Haargummis entfernt werden.

Die Strähnen mit den Fingern auseinander zupfen und auflockern. Schließlich noch etwas Haarspray auftragen, um den Effekt zu fixieren.
Schon haben Sie einen tollen Look geschaffen, der Ihnen beim Styling auch nicht allzuviel Zeit raubt. Stattdessen kennen Sie jetzt die perfekte Möglichkeit, mehr Volumen in Ihr Haar zu bringen. Dank der Zwirbeltechnik liegt außerdem die Frontpartie gelungen am Kopf und rahmt das Gesicht schön ein. Probieren Sie es mal aus!
Und wie sieht es mit einem kinnlangen Stufenschnitt aus?
Ein kinnlanger Stufenschnitt kann das Gesicht schön einrahmen. Mit einem leichten Schwung nach innen wirkt er weicher, mit betonten Spitzen etwas frecher. Dafür müssen Kontur und Stufen zusammenpassen.
Die Zopf-Anleitung für längere Haare ist dafür nicht geeignet. Bei einem kinnlangen Bob lassen sich die kurzen Partien nicht gleichmäßig am Oberkopf zusammennehmen. Lassen Sie die Form im Salon schneiden. Anregungen finden Sie bei meinen gestuften Bob-Frisuren.
Häufige Fragen zum Stufenschnitt selber schneiden
Kann ich einen leichten Stufenschnitt bei mittellangem Haar selber schneiden?
Das hängt von Ihrer Haarlänge und dem vorhandenen Schnitt ab. Alle zu schneidenden Partien müssen gleichmäßig in den Zopf am Oberkopf passen. Bei schulterlangem Haar bleiben oft einzelne Nackenpartien zu kurz dafür. In diesem Fall lassen Sie die Stufen besser im Salon anpassen.
Wie bekomme ich bei langen Haaren nur leichte Stufen?
Kürzen Sie zunächst nur wenige Millimeter und prüfen Sie das Ergebnis anschließend bei offenem, trockenem Haar. Wie stark die Stufen wirken, hängt auch vom bisherigen Schnitt und von der Zopfposition ab. Die Zopf-Methode legt nicht gezielt fest, auf welcher Höhe die kürzeste Stufe später endet.
Wo muss der Zopf für den Stufenschnitt sitzen?
Bei der hier gezeigten Methode sitzt der Zopf mittig am Oberkopf. Bürsten Sie die Haare gleichmäßig dorthin und binden Sie ihn fest. Wechseln Sie beim Nachschneiden nicht zur Stirn oder in den Nacken: Damit verändert sich die Verteilung der Stufen.
Ist die Zopf-Methode für sehr feine Haare oder Locken geeignet?
Sehr feines Haar kann durch starke Stufen an den Spitzen noch dünner wirken. Locken ziehen sich nach dem Trocknen wieder zusammen und fallen je nach Partie unterschiedlich. Für beides ist ein individuell angepasster Schnitt meist sinnvoller als das gemeinsame Kürzen im Zopf.
Soll ich die Haare für den Stufenschnitt nass oder trocken schneiden?
Glattes Haar lässt sich leicht angefeuchtet oft besser zusammennehmen. Prüfen Sie die gewünschte Länge vorher im trockenen Haar und schneiden Sie zurückhaltend. Locken sollten in ihrem natürlichen, trockenen Fall beurteilt werden; die hier gezeigte Zopf-Methode ist keine spezielle Lockenschnitt-Anleitung.
Wie oft sollte ich einen Stufenschnitt nachschneiden lassen?
Etwa alle acht bis zwölf Wochen ist ein möglicher Richtwert. Entscheidend sind der Schnitt und der Zustand der Spitzen. Fallen die Stufen nicht mehr schön oder sind die Spitzen splissig, kann ein früheres Nachschneiden sinnvoll sein.
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2 Reaktionen auf “Stufenschnitt selber schneiden: Anleitung für mittellange und lange Haare”
Ozan
11. Mai 2020Hey,
vielen Dank für diese Tipps. Ich hab meiner Freundin diesen Beitrag geschickt und mal schauen eventuell schneidet sie sich nun die Haare selbst 🙂
Danke !
Arkadius
28. November 2016Hey, super Tipps zum Haare selber schneiden! Meine Freundin hat sich den einen oder anderen Tipp abgeschaut. Danke nochmal. 😉