Weshalb fetten Haare schnell nach?

Es gibt mehrere Gründe, warum Ihre Haare schneller nachfetten als Sie sich das wünschen würden. Zunächst einmal natürlich die genetischen Faktoren – ob Sie eher zu trockenem oder öligem Haar neigen, ist vor allem erblich bedingt. Jedoch kann auch eine falsche Haarpflege auf Dauer dazu führen, dass die Talgdrüsen der Kopfhaut vermehrt Talg produzieren.

Denn wenn der Kopfhaut länger und zu viel Fett entzogen wird, reagiert sie mit einer übersteigerten Produktion von Talg bzw. Sebum – die Haare sehen schneller fettig aus. Also ist ein Hauptgrund, dass Sie die Haare wahrscheinlich zu häufig waschen und damit die natürlichen Öle entziehen.

Genauso können häufiges Haare bürsten bzw. kämmen und starkes rubbeln oder reiben, Mütze tragen und durch die Haare fahren die Strähnen schneller fettiger machen. Ein weiterer entscheidender Punkt sind die Produkte, die Sie für Ihre Haarpflege verwenden: ein zu aggressives Shampoo mit scharfen Tensiden trocknet die Kopfhaut aus, weshalb diese mit mehr Talgproduktion antwortet. So entsteht leider schnell ein Teufelskreis, der den Waschrhythmus derartig erhöht, dass oft das tägliche Haarewaschen nötig wird.

Wie funktioniert das Haare ausfetten lassen?

Grundsätzlich handelt es sich beim Ausfetten lassen um eine sehr einfache und kostenlose Methode. Die Haare sollen mindestens fünf Tage, besser eine Woche oder länger nicht gewaschen werden, um den gewohnten Waschrhythmus der Haare zu unterbrechen und sie damit wortwörtlich ausfetten lassen zu können. Manche bürsten die Haare in dieser Zeit länger einmal mit einer Wildschweinborsten Bürste durch, um das Sebum bzw. Haarfett in den Strähnen zu verteilen.

Es gibt dazu verschiedene Varianten, wie nach dieser Erfahrung mit den Haaren umgegangen wird: für manche ist das durchhalten auf lange Sicht nicht machbar, sie wechseln wieder zurück zum haarewaschen mit Shampoo, wählen jedoch nun ein hochwertiges und mildes Produkt.

Andere verzichten anschließend komplett auf herkömmliches Shampoo und greifen für die Reinigung des Haaransatz nun zu Hausmitteln wie Roggenmehl. Wieder andere kombinieren das längere Ausfetten mit der Verwendung von milden Waschsubstanzen wie etwa Haarseife.

Worauf sollten Sie achten?

Wenn Sie das Experiment des Ausfetten lassens einmal mit ihrer Mähne ausprobieren möchten, sollten Sie darauf achten, es nicht zu übertreiben und die Haarwäsche nun nicht über Wochen ausfallen zu lassen.  Länger als fünf Tage sollten es wirklich nicht sein. Denn wie die Dermatologin zu bedenken gibt, können sonst im schlimmsten Fall Pilze und Ekzeme entstehen. Dazu weiter unten mehr. Und selbstverständlich sollte der Waschstopp nicht für Ihren Körper gelten!

Welche Vorteile und Nachteile hat die No Poo Methode?

Zu den Vorteilen beim Verzichten auf das reguläre haarewaschen über ein paar Tage hinweg zählt zunächst einmal, dass Sie genau beobachten können, wie Ihre Haare darauf reagieren. Denn die meisten von uns waschen ihre Haare tendenziell zu häufig und wissen gar nicht mehr, wie die Haare aussehen, wenn man das tägliche Waschen auslässt und länger als einen Tag mit der erneuten Haarwäsche wartet.

Die Nachteile sind etwa, dass man sich ungepflegt und nicht frisch fühlt. Je nach der individuellen Aktivität der Talgdrüsen kann das natürlich unangenehm sein. Am besten ist es daher, eine Phase ohne Haarewaschen einzulegen, wenn Sie gerade eh länger und öfter Zuhause sind.

Schauen Sie sich in diesem Selbstversuch Video die möglichen Vor-und Nachteile an:

Ist es gesund, die Haare lange nicht zu waschen?

Bei diesem Punkt sind sich Experten strittig. Die meisten Dermatologen raten jedoch davon ab, die Haarwäsche über eine zu lange Zeitspanne ausfallen zu lassen und sind gegen das häufige Ausfetten.

Als Alternative zur No Poo Haare Ausfetten Methode empfehlen Hautärzte, die Haare ab und an nur mit lauwarmen oder kaltem Wasser zu waschen anstatt mit Shampoo. Auf lange Sicht warnen Dermatologen jedoch vor dem völligen Verzicht auf Shampoo und Wasser – durch vermehrte Schuppen, Schmutz und das viele Fett am Ansatz haben Pilze einen idealen Nährboden. Ebenso können in der extremen Variante Ekzeme auf der Kopfhaut entstehen, die mit Juckreiz verbunden sind.

Zudem sprechen sich die ExpertInnen dafür aus, in hochwertige Produkte mit milden Inhaltsstoffen bzw. Shampoos ohne Silikone zu investieren. Weiterhin sollten die Haare aber dennoch nicht mehr jeden Tag gewaschen werden, weil dies zu stark Entfetten kann.

Mein Fazit: Ist es gut die Haare ausfetten zu lassen?

Insgesamt komme ich zu dem Fazit, dass ein kürzerer Waschstopp über maximal 5 Tage sinnvoll sein kann, um das Nachfetten der Haare wieder mehr in den Griff zu kriegen. Jedoch richte ich mich nach der Empfehlung der Dermatologin und nutze das Ausfetten der Haare vorsichtig, um den Waschrythmus herauszuzögern. Denn in diesem Punkt sind sich die Experten einig: tägliches Haarewaschen ist genauso ungesund, wie sich die Haare permanent nur noch mit Wasser, Natron oder Roggenmehl zu waschen.

Natürlich ist die No Poo Methode auch als eine sehr persönliche Erfahrung zu bewerten – manche schwören darauf und sagen, es habe ihre Haare nach Jahren der Probleme gerettet. Andere (und auch Ärzte) warnen vor dem Trend und raten weiterhin zu der Verwendung von Seifen.

Wie lange brauchen Haare um sich an weniger waschen zu gewöhnen?

Oft ist es ganz individuell, wie lange das Haar bzw. die Kopfhaut benötigt, um sich an eine wneiger häufige Haarwäsche zu gewöhnen. In der Regel müssen Sie für die Umstellung etwa 1 bis 3 Monate einplanen – meist hat sich die Talgproduktion in dieser Zeit dann an den neuen Waschryhtmus angepasst und stellt weniger Sebum her.

Bei feinen Haartypen kann sich die Zeit jedoch gefühlt erhöhen, da die Haare hier schneller platt herunterhängen und damit optisch strähniger aussehen können. Aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen sagen, dass es aber lohnt, sich das tägliche Waschen abzugewöhnen. Seitdem ich die Haare nur noch alle 3 Tage wasche, ist meine Haut weniger trocken geworden.

Was kann man noch bei fettigen Haaren tun?

Um gegen fettiges Haar anzugehen könnten Sie beispielsweise eine Haarwäsche mit Heilerde und anschließender saurer Rinse mit Apfelessig ausprobieren. Der Effekt ist erstaunlich: die Haare sind wieder weich und sauber, durch den Essig der sauren Rinse glänzen die Strähnen auch wieder bis in die Spitzen. Bitte immer gründlich ausspülen!

Einzig bezüglich des Geruchs kann es die Heil- oder Lavaerde nicht mit herkömmlichen Shampoos aufnehmen – die Haare riechen neutral, jedoch nicht so frisch und sauber wie mit Shampoo. Doch da ist ja auch bekanntlich jeder Kopf verschieden – daher einfach einmal ausprobieren.

Der Klassiker zur Hilfe bei fettigem Haaransatz ist das Trockenshampoo. Ein wenig in den Ansatz massiert stoppt das schnelle nachfetten der Haare und lässt sie wieder frisch aussehen. Auch hier gilt aber, weniger ist mehr. Zu viel Trockenshampoo kann bei sensibler Kopfhaut zu einem verstärkten Entfetten der Haut führen und diese austrocknen. Im Fall von normaler Haut sind Trockenshampoos aber eine empfehlenswerte Strategie, etwas länger auf die nächste Haarwäsche warten zu können – bei jeder Haarlänge.

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unannehmbar (bitte Feedback per Email senden!)schlechtmittelmäßiggutdanke, sehr gute Tipps! (2 Bewertung(en), im Durchschnitt: 5,00 von 5)
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About Marita von Aufschnaiter (453 Articles)
Marita von Aufschnaiter ist eine zertifizierte Make-up & Hair Artist aus Düsseldorf mit mehreren Jahrzehnten Erfahrung in der Branche. Sie hat eine Berufsausbildung als Friseurin abgeschlossen und arbeitet seit vielen Jahren als freiberufliche Make-up & Hair Artist sowie Künstlerin.

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